Foto: Werner Schäming
unser größtes anliegen

Kitze gehören in die Natur

Dies ist uns ein ganz wichtiges Anliegen, denn es gibt immer wieder durch Menschen verursachte Zwischenfälle, die leider dazu führen, dass Kitze nicht in ihrem natürlichen Umfeld aufwachsen dürfen.

Hierzu zählen vor allem aber nicht ausschließlich: 

  • das unberechtigte Einsammeln von Kitzen, weil aus Unwissenheit von einer Notsituation ausgegangen wird   
  • fahrlässiges Verhalten von Hundebesitzern, die ihre Tiere während der Brut- und Setzzeit nicht an der Leine führen und einen Kontakt ihres Hundes mit einem Kitz nicht rechtzeitig verhindern können.  

WICHTIG: Bei jedem Menschen- oder Tier(!)Kontakt besteht die Gefahr, dass das Kitz nicht mehr von der Mutter angenommen wird. Dies ist keine Ausnahme, sondern die Regel! Auch wir verzichten bei unseren Einsätzen, wenn möglich, auf jeglichen Kontakt mit den Kitzen. Unsere Hunde sind grundsätzlich an der Leine, mit Ausnahme von zwei jagdlich ausgebildeten Vorstehhunden, die uns tatkräftig bei der Suche unterstützen.  

Es gilt also unbeabsichtigte Kontakte in jedem Fall zu verhindern und sich vor einem gezielten Kontakt sehr gut zu überlegen, ob dieser vermeidbar ist.  

Es gibt keinen guten Plan B!

Ist eine Inobhutnahme erfolgt, dann beginnt für das Kitz ein komplett neues Leben voller Kompromisse. Viele Päppler leisten hervorragende Arbeit, können aber den Kitzen nie ein Leben bieten, wie sie es in freier Wildbahn hätten führen dürfen.

Nur in den Händen von jagdlich ausgebildeten Personen und erfahrenen Päpplern hat das Kitz überhaupt eine Chance zu überleben. Ob eine Auswilderung möglich ist, steht dann noch einmal auf einem ganz anderen Blatt.

Wir möchten deshalb ganz entschieden darauf hinweisen, dass auch wir nicht über diese Erfahrungen verfügen und auch wir es nicht als unsere Aufgabe sehen, der Natur entnommene Kitze aufzuziehen.  


Ebenfalls möchten wir an jeden appellieren, der dies hier liest und ggf. vor der Entscheidung steht, ein Kitz zu päppeln, zugunsten des Rehkitzes zu entscheiden. Leider kann man in diesem Fall mehr schlechte Entscheidungen treffen als gute.

Kitz gefunden

Was ist zu tun?

Vorab sei gesagt, dass in über 90% der Fälle ein Kitz keine Hilfe benötigt. Besonders das laute Fiepen wird häufig als Hilferuf wahrgenommen. Allerdings kommuniziert das Kitz so mit der Ricke, die sich grundsätzlich in der Nähe aufhält. Trotzdem wirst du ein Kitz in den ersten Wochen fast immer alleine vorfinden und das hat einen Grund: Das Kitz hat keinen Eigengeruch und ist dadurch bestens vor Fressfeinden geschützt. Die Ricke kann hingegen gewittert und könnte somit zur Gefahr für ihr Jungtier werden. Sie sucht das Kitz deshalb nur wenige Male am Tag auf, um es zu säugen. Die restliche Zeit ist das Kitz allein.  

Aus diesem Grund ist der wichtigste Schritt – auch wenn du vermutest, dass das Kitz verwaist ist – der Schritt nach hinten. So lange du dic auch nur ansatzweise in der Nähe aufhältst, wird die Ricke nicht zu ihrem Kitz zurückkehren.

Auch wenn ein Kitz schon etwas älter ist und sich dir fiepend nähert, muss dies kein Anzeichen von Not sein. Wie alle Tierkinder sind auch Kitze neugierig und erkunden ihre Umwelt.  

Solltest du jedoch Zweifel haben oder sicher sein, dass eine Notsituation vorliegt, zum Beispiel durch Verunfallung oder Hundekontakt (immer ein Notfall – auch wenn das Kitz nicht verletzt ist), dann wende dich bitte zu allererst an den zuständigen Jagdpächter oder Jagdausübungsberechtigten.

Dies hat fachliche und rechtliche Gründe. Zum Einen verfügt eine jagdlich ausgebildete Person über die nötige Erfahrung um zu erkennen, ob Handlungsbedarf besteht. Zum Anderen hat nur der Jagdausübungsberechtigte hat das Recht zur Aneignung. Das heißt: Grundsätzlich darf nur er ein Kitz der freien Wildbahn entnehmen! Auch zur Aufzucht! Die Mitnahme eines Jungtieres (alle Wildtiere) ohne Zustimmung des zuständigen Jagdausübungsberechtigen ist Wilderei. Es ist dabei vollkommen egal, ob das Tier offensichtlich Hilfe benötigt oder nicht. 

Falls man nicht weiß, in wessen Zuständigkeitsbereich sich das vorgefundene Tier befindet, können Landwirte, die örtliche Polizeibehörde oder die Gemeinde- oder Stadtverwaltung bei der Suche des zuständigen Jagdpächters oder Forstamtes behilflich sein.  

Kontaktvermittlung

Sollten Sie als Jagdausübungsberechtigter Unterstützung mit einem Kitz benötigen, vermitteln wir Ihnen gerne einen Kontakt. Bitte melden Sie sich dafür bei Kristin Nebel, 01525-8482737 

Wir bitten um Verständnis, dass wir anderen Personen keine Auskunft geben können, da es sich für uns nicht nachprüfen lässt, ob das Tier rechtmäßig aus der Natur entnommen wurde.